Die Sonnenblume - Eine oft unterschätzte Schönheit

Sonnenblumen haben das große Talent mit viel positiver Energie auf uns zu wirken. So scheint sie beispielsweise stets bemüht, ihre langen Stiele höher unter weiter zu recken, als wäre das einzige Ziel ihrer Existenz, der Sonne eines Tages einen persönlichen Besuch abstatten zu können.

An besonders sonnigen Tagen verfolgen ihre Knospen die Sonne regelrecht von Ost nach West, während Sie sich im Laufe der Nacht wieder nach Osten zurückziehen. Entgegen aller Behauptungen wenden sich nicht die anmutenden Blütenköpfe der Sonne zu, sondern nur die Blätter und Knospen.

Ihre botanische Bezeichnung, Helianthus annuus, stammt aus der griechischen Mythologie und leitet sich von den Wörtern „helios (Sonne), „anthos (Blume) und „annus“ (jährlich) ab.

Dieser Mythologie nach erzählt man sich, dass einst das verliebte Mädchen Clytia von dem Gott Apollo verschmäht wurde. In Ihrem Unglück setzte sie sich nackt auf einen Felsen, aß und trank nichts, während Sie an neun Tagen zuschaute, wie Apollo seinen Sonnenwagen (die Sonne) über den Himmel bewegte. Dann wurde ihr Herzleid so groß, dass Sie sich in eine „Sonnenblume“ verwandelte, die ihre Blüte immer der Sonne zuwendete.

Da die heute als Sonnenblume bezeichnete Pflanze allerdings aus Amerika stammt, muss das Gewächs aus der Mythologie vermutlich einer anderen Gattung zugehören.

Zu den großen Vertretern gehören außer der „Elite Sun“, mit einer Höhe von bis zu 2 Metern, auch die besonders dekorative, rote „Claret“. Wem eine Mischung aus beidem gefällt, sollte unbedingt zu der „Ring of Fire“, mit einem nicht klar abgrenzendem, roten Ring um die dunkle Mitte, greifen. Wer sich nicht ganz klar für eine der Dreien entscheiden kann, greift zum bunten „Summertime Mix“.

Auch wer keinen eigenen Garten hat, vielleicht aber über eine eigene Terrasse oder einen Balkon verfügt, kommt mit den kleineren Pendants „Ballad“, „Pacino“, „Florenza“ und „Ministars“ für Kübel und Töpfe voll auf seine Kosten.

Wie so viele Schönheiten wird auch die Sonnenblume oftmals auf Ihre Optik reduziert und damit vollkommen unterschätzt.

Dabei sind Sonnenblumen nicht nur optisch ein echtes Highlight, sie sind auch für jede Küche eine echte Bereicherung.

Am häufigsten findet wohl das Sonnenblumenöl Verwendung in der modernen Küche.

Allerdings erst seit dem 19. Jahrhundert. Viel früher, etwa seit dem 17. Jahrhundert, wurden die Kerne schon für Backwaren genutzt und gelangten zu immer mehr Beliebtheit als kleine „Knabberei“.

Noch heute sind sie aus dem allseits bekannten „Studentenfutter“ nicht mehr wegzudenken.

Auch geben sie, kurz angeröstet, den verschiedensten Salaten erst den richtigen Biss.

Obendrein noch ein paar frische Sonnenblumenblütenblätter als farbige, vitamin- und mineralstoffreiche Zutat und der Salat ist nahezu perfekt.

Dem Sonnenblumenblüten-Tee sagt man sogar eine leicht fiebersenkende Wirkung nach und kann bei einem sommerlichen Infekt zur Stärkung der Abwehrkräfte helfen.

Wer sich lieber optisch als kulinarisch an seinen eigenen Sonnenblumen aus dem Garten erfreuen möchte, kann die Haltbarkeit als Schnittblume für die Vase mit einfachen Mitteln verlängern.

Um vorzeitiges Faulen zu verhindern, sollten sie zunächst die Blätter am Stielende entfernen und den Stiel von Schmutz befreien. Von Vorteil ist es, nur so viele Blätter daran zu lassen, wie für dekorative Zwecke unbedingt nötig sind. Der Fäulnisprozess kann außerdem verlangsamt werden, wenn Sie eine Kupfermünze in das Blumenwasser legen und auch ein Tropfen Spülmittel kann für eine längere Haltbarkeit sorgen.

Anschließend schneiden Sie die einzelnen Stängel  schräg ab und schneiden sie ca. zwei Zentimeter tief ein. Wichtig ist, dass Sie unbedingt ein scharfes Messer nehmen, damit die Enden nicht abgequetscht sondern wirklich abgeschnitten werden.

Im Anschluss stellen Sie die frisch angeschnittenen Blumen für etwa zwei Minuten in fast kochendes Wasser. So wird der Pflanze die vorhandene Luft aus den Leitungsbahnen gezogen, wodurch die Haltbarkeit erhöht wird. (Das gilt übrigens auch für alle anderen Schnittblumen mit holzigem Stiel.)

Entscheidend ist jetzt, die Blumen nicht in kaltes, sondern in etwa 35°C warmes, Wasser zu stellen.

Ein täglicher Wasserwechsel ist ebenfalls von Vorteil, um sich lange an den Blumen erfreuen zu können.

Sonnenblumen-Tee

Übergießen Sie einen gut gehäuften Esslöffel Sonnenblumenblütenblätter (frisch oder getrocknet)

mit ¼ Liter kochendem Wasser und zugedeckt etwa zehn Minuten ziehen lassen.

Wer möchte kann mit Honig süßen.

Wohl bekommt`s!