Gurken – die kleinen Vitaminbomben!

Gurken (latein Cucumis sativus) gehören in die Familie der Kürbisgewächse und kommen ursprünglich aus Indien.

Die bekanntesten Vertreter dieser Familie sind Speisekürbisse, Patisson, Zucchini, Wasser- und Zuckermelonen sowie die Zierformen von Kürbis und Co.

Die Familienzugehörigkeit der Gurke ist entscheidend, um die am häufigsten gestellte Frage zu beantworten: Warum tragen manche Gurkenpflanzen keine Früchte, sondern nur Blüten?

Gurken und auch alle anderen Kürbisgewächse sind  zweihäusig, also gemischt blühend. Das bedeutet, dass eine Pflanze männliche und weibliche Blüten hervorbringt, die von der Bestäubung durch Insekten abhängig sind, um Früchte bilden zu können. Die männlichen Blüten sind in den Blattachseln, die weiblichen Blüten erkennt man am länglichen Fruchtknoten. An den jungen Gurkenpflanzen bilden sich zunächst nur männliche Blüten. Wenn die Pflanzen kräftiger geworden sind,  auch an den weiblichen. Treten während des Wachstums der Pflanzen ungünstige Witterungsbedingungen auf, kann es passieren, dass die Pflanze weibliche Blüten bzw. Früchte abstößt und nur männliche Blüten bestehen lässt. Auf diese Weise setzt die Pflanze ein Überlebensmechanismus in Gang, um in „schlechten Zeiten“ keine Nachkommen zu produzieren. Um die Gurken-Erträge zu verbessern, wurden Sorten mit einem hohen Anteil weiblicher Blüten gezüchtet. Sie werden oft als „vorwiegend weiblich blühend“ beschrieben, sie brauchen aber immer noch männliche Blüten und einen Bestäuber.

Außerdem gibt es „moderne“ Sorten von Gewächshaus- und Einlegegurken die nur noch weibliche Blüten (jungfernfrüchtige) produzieren und ohne Bestäubung eine Frucht mit kleinem Kernhaus und nicht fertig ausgebildeten Samen entwickeln.

Achtung! Beim Anbau im Gewächshaus sollten Sie unbedingt beachten, dass die „gemischt blühenden“ Gurken dringend die Insekten zur Bestäubung brauchen, diese also nicht ausgesperrt werden dürfen. Die „jungfernfrüchtigen“ dagegen sollten auf keinen Fall durch Insekten und damit gleichzeitig mit Pollen von „gemischt blühenden“ Gurken bestäubt werden. So würden die Pflanzen wieder Samen ansetzen und evtl. bauchige oder verkrüppelte Früchte bilden. In diesem Fall ist zu empfehlen das Gewächshaus mit Fliegengittern zu schützen/ isolieren.

Gurken werden in 2 Gruppen unterteilt.

Salatgurken sind meistens glattschalig, haben wenig bis keine Pocken und Stacheln. Je nach Sorte sind die Früchte zwischen 6 bis 30 cm lang und das Fleisch nicht sehr fest. Salat- bzw. Schlangengurken werden im Gewächshaus angebaut, da Sie hier die größten Erträge erzielen. Bitte nur dann im Freiland säen, wenn sie ausdrücklich dafür empfohlen werden.

Einlegegurken dagegen werden hauptsächlich im Freiland angebaut. Sie sind kleinfrüchtig mit einer etwas stachelig, pockigen Schale und festem Fleisch. Wegen ihrer Eigenschaften eignen sie sich gut zum konservieren.

Siehe auch:

Gartenjahr/Frühjahr/März und April/Vorkultur von Gurken