Pflege- & Schnittempfehlungen bei Gewächshausgurken:

Die große „Kunst“ der Gurkenpflege besteht darin, ein Gleichgewicht zwischen Wachstum und Fruchtausbildung herzustellen. Insbesondere bei den Gewächshausgurken sollte deshalb ein regelmäßiger Schnitt durchgeführt und die Pflanzen an Schnüren (Spanndraht) hochgeleitet werden.

Erster Schnitt:

Zunächst entfernen sie alle Seitentriebe in den Blattachseln und lassen nur den Haupttrieb stehen.

Auch wenn es ein wenig weh tut, weil man sich auf die ersten Früchte am meisten freut, werden diese bis zum 6. Blatt sofort nach der Blüte entfernt, da die Pflanze noch zu klein ist, um Früchte ordentlich zu ernähren. Bei Belassen der ersten Früchte, würde die Gurke im Wachstum stehen bleiben und sich erschöpfen. Nachfolgende Früchte würden abfallen.

Zweiter Schnitt:

Ab dem 6. Blatt bleibt jeweils eine Frucht pro Blattachsel stehen; bei kurzfrüchtigen Salatgurken gilt das schon ab dem 3. Blatt. Der Haupttrieb wird 1 Blatt über dem Spanndraht gestutzt (entspitzt). Jetzt lässt man am oberen Drittel der Pflanze die Seitentriebe wachsen. Sie übernehmen die Rolle des Hauptriebes und blühen reichlich mit hohem Fruchtansatz. Die Seitentriebe werden über den Spanndraht gehängt und abgeleitet. Nach 6 bis 8 Blättern werden auch die Seitentriebe, im gleichen Verfahren wie beim Haupttrieb, gestutzt.

Generelle Pflegetätigkeiten:

Bei zu dichten Beständen sollten zur besseren Belichtung einige Blätter entfernt werden.

Die häufigsten Schädlinge und Krankheiten:

Spinnmilben saugen an den Blättern, diese werden hell und es bilden sich an ihnen zarte Gespinstfäden. Da die Ursache für diesen Schädling zu geringe Luftfeuchtigkeit ist, hilft häufiges, kurzes Besprühen der Pflanze.

Beim echten Mehltau bildet sich auf den Blättern ein weißer Belag. Niedrige Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit sind die Ursache. Bei geringem Befall reicht es aus die befallenen Blätter zu entfernen. Gleichzeitig sollten Temperaturen und Luftfeuchtigkeit optimiert werden. Die Gurkenbestände sollten ausgelichtet werden, um die Abtrocknung der Pflanzen zu gewährleisten.

Beim falschen Mehltau bilden sich graue Flecken an der Unterseite der Blätter. Auch hier sollten die befallenen Blätter zunächst entfernt werden. Außerdem sollten Sie die Pflanzen auslichten, um eine bessere Durchlüftung zu gewährleisten.

Freilandgurken

Sie hingegen werden üblicherweise nicht geschnitten und stattdessen meist auf dem Boden flachliegend angebaut. Es spricht dennoch nichts dagegen, auch hier beispielsweise am Maschendraht anzubauen und zu schneiden. Die Pflanzenbestände können so besser abtrocknen und werden weniger von Pilzkrankheiten befallen.

Verschiedene Ursachen führen insbesondere bei Gewächshausgurken zu oft beobachtetem abstoßen von Früchten. Gefährdet sind besonders wüchsige Bestände, wenn eine längere, lichtarme Periode eintritt. Temperaturen unter 16° C in der Nacht, zu große Hitze am Tag, kaltes Gießwasser, niedrige Luftfeuchtigkeit, Störungen der Wasser- und Nährstoffversorgung, aber auch ein übermäßiger Fruchtbehang fördern das Abstoßen der Früchte.

Außerdem sollten Gurken immer rechtzeitig geerntet werden, da es die Fruchtbildung anregt.

Noch ein Tipp für die Ernte: Um die Pflanze nicht zu beschädigen, reißen Sie die Früchte niemals ab, benutzen Sie stets ein scharfes Messer zum Abschneiden.