Aussaatempfehlung für Tomaten

Tomatensamen werden gewöhnlich 6 - 8 Wochen vor den letzten Frösten im Mai, auf der Fensterbank vorkultiviert. Ab Anfang März ist, aus unserer Sicht, die beste Zeit für die Aussaat von Tomaten, da sie sehr schnell keimen und wachsen. Eine zu frühe Aussaat führt meist zu schwachen Pflanzen. Auch etwas später gesäte Tomaten, etwa bis Ende April, entwickeln sich zu kräftigen Pflanzen, die Entwicklungsrückstände schnell aufholen können.
Nun gilt es, den wärmeliebenden Kulturen eine entsprechend günstige Keimumgebung zu schaffen! Für optimale Bedingungen zur Aufrechterhaltung des Wachstums eignen sich besonders beheizte Gewächshäuser bzw. Wintergärten! Doch auch, wer weder über einen Garten noch über ein Gewächshaus verfügt, hat keine Ausrede Mutternatur nicht etwas unter die Arme zu greifen, denn gerade die klein-fruchtigen Tomatensorten verwandeln jeden Balkon in eine kleine Naschoase.
Greifen Sie für die Aussaat am besten zu mehreren kleinen Töpfen und setzen pro Topf nur einen Samen, dann muss später nicht mehr pikiert werden. Außerdem sollten Aussaatgefäße verwendet werden, die im Boden zerfallen, sowie Anzuchterde, die auch als solche ausgewiesen ist. Um ebenfalls eine konstante Feuchtigkeit während des Keimprozesses gewährleisten zu können, benötigen die entsprechenden Gefäße eine Klarsichthaube.
Doch Achtung - Die Gefäße dürfen auf keinen Fall luftdicht verschlossen werden! Schaffen Sie genügend Möglichkeiten um einen permanenten Luftaustausch stattfinden zu lassen. So verhindern Sie, dass die jungen Triebe trotz der hohen Feuchtigkeit von Schimmelpilzen befallen und angegriffen werden. Auch beim Anbau im Gewächshaus ist auf ausreichende Belüftung zu achten Beachten Sie bitte auch, dass Steinfensterbänke ziemlich kalt sind. Legen Sie Handtücher oder Holzbretter als wärmendes Polster zwischen Fensterbank und Aussaatschale/Töpfe, bis die Pflänzchen kräftig genug sind, dass sie das „Wärmebett“ nicht länger benötigen.
Bei einer Temperatur von 20 bis 23°C keimen die Samen innerhalb einer Woche.
Wenn die Tomatenjungpflanzen ca. 10 cm groß sind, oder wenigsten die ersten echten Blattpaare besitzen, können sie Ende Mai, nach den Eisheiligen, in das Freiland umgesetzt werden.
Oft finden Sie den Hinweis, dass die Tomatenjungpflanzen abgehärtet werden sollen.
Das bedeutet, das langsame Gewöhnen an Freilandbedingungen. Die kleinen Tomatenpflanzen werden über 1 – 2 Tage zunächst einmal geschützt und nur tagsüber in den Schatten gestellt. So können sich diese an UV-Strahlung und Freilandtemperaturen gewöhnen, bevor Sie an Ihrem endgültigen, Standort gesetzt werden. Geben Sie Ihren Tomaten dann einen warmen, sonnigen Platz, am besten vor einer Mauer, einer Hecke oder einem Zaun. Der Boden sollte nicht zu schwer sein. Gut geeignet sind lehmige Sand- oder sandige Lehmböden, die Sie mit Stroh oder anderem organischen Material abdecken.
Setzen Sie die Pflanzen tiefer, als sie im Topf gestanden haben. Bereits sehr lang gewordene Jungpflanzen bringt man am besten schräg in die Erde, so dass ein großer Teil des Stängels in den Boden kommt, damit zusätzlich Wurzeln gebildet werden können.
Tomaten und andere Nachtschattengewächse sind Starkzehrer und dürfen daher nicht am gleichen Standort wie im Vorjahr gepflanzt werden. Zu groß ist außerdem die Gefahr, dass sich im Boden überdauernde Krankheitserreger ausbreiten und die gesamte Ernte vernichten. Wer im Kübel anbaut, muss lediglich den Topf und/oder die Erde wechseln und kann jedes Jahr den gleichen Standort wählen. Achten Sie außerdem auf einen Mindestabstand von 60 Zentimetern, denn die Pflanzen können so nach einem Regen besser abtrocknen. Auf diese Weise haben es Pilzkrankheiten wie die Braunfäule schwer, sich einzunisten. Kleiner Nebeneffekt: die Zwischenräume können Sie für Salat, Kohlrabi oder Radieschen nutzen. Im Idealfall sollte für Tomaten ein vor Regen schützendes Dach, mit offenen Seitenteilen, gebaut werden. Für Balkontomaten gilt, eine Pflanze pro Kübel oder Topf.
Tomaten bilden in den Blattachseln Seitentriebe oder sogenannte Geizer und werden ausgebrochen bzw. ausgegeizt um ein übermäßiges Blattwachstum zu unterbinden. So kann sich die Pflanze besser auf die Produktion von Früchten fokussieren.
Wichtig während der gesamten Wachstumsperiode ist außerdem das Anbinden der Pflanze. Tomaten mögen gereiften Kompost, ein trockenes Haupt und feuchte „Füße“. Sie mögen es geschützt und im Gegensatz zu Gurken, nicht feucht. Düngen sollten Sie mit Magnesium- und kalireichem Volldünger gleich nach dem Pflanzen und dann noch einmal Mitte bis Ende Juli.
Sorgen Sie für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt. Zu starke Schwankungen oder gar Trockenheit lassen die Früchte platzen.

Wann?

-       Die Aussaat zur Vorkultur sollte bereits Ende Februar beginnen und ist  bis Anfang April möglich.

Wo?

-       Im Warmen, bei Temperaturen zwischen konstanten 20 - 25 °C

-       Auf der Fensterbank oder im beheizten Gewächshaus

-       Der Standort sollte hell bzw. sonnig sein

-       Hinweis: (Kalte Steinfensterbänke sollten mit Holz-/Styroporplatten oder einem Tuch als Wärmedämmung ausgelegt werden.)

Wie?

-       In ca. 9 cm großen Töpfen / Schalen, die beim Umtopfen bestenfalls im Boden zerfallen

-       0,5 - 1 cm tief

-       Mit etwas Erde/Sand bedeckt

-       Hinweis: Das Abdecken mit etwas Erde/Sand dient eher der Feuchtigkeitsregulation als der Keimung. Tomaten sind grundsätzlich Lichtkeimer und auch die Tomatenjungpflanzen brauchen viel Licht. Während der Keimung nicht düngen.

Die Samen als auch die Jungpflanzen müssen zunächst ein Wurzelwerk ausbilden um von Nährstoffen zu profitieren.

Optional!

Unüblich aber machbar ist, die Tomatensamen ab Ende Mai im Freiland anzuziehen.

Vorzugsweise geschützt, in kleinen Töpfen.

            Von einer Aussaat direkt in das Beet ist abzuraten. Die Erfolgschancen sind sehr gering.

Keimung:

Halten Sie Ihre Aussaat kontinuierlich feucht. In der Regel sollten Sie jeden Tag einen kleinen Schluck Wasser dazu gießen.

Nach ca. 8 - 15 Tagen (selten, aber auch möglich, nach 20 Tagen) erscheinen die ersten zarten Triebe. Keimen die Samen, entwickeln sich schmale lanzettförmige Blätter. Diese sogenannten „Keimblätter“ sehen zunächst noch gar nicht nach „Tomate“ aus. Nach den „Keimblättern“ bilden sich dann aber die ersten echten Blattpaare, die das typische Tomatenblatt zeigen.

Pikieren/Umtopfen:

Wer die Tomatensamen in Schalen gesät hat, sollte die Jungpflanzen bei einer Wuchshöhe von ca. 4 – 6 cm, wenn sie gut zu greifen sind, in etwa 9 cm große Töpfe verpflanzen.

So kann sich jede einzelne Jungpflanze, mit genügend Platz und Nährstoffen aus der Erde, optimal entwickeln.

Auspflanzen/Freiland

Bevor es dauerhaft nach draußen ins Beet geht, müssen die Jungpflanzen abgehärtet werden. 

Sie sollten also an die Freilandbedingungen / Temperaturen gewöhnt werden.

Am besten stellen Sie die kleinen Töpfe zunächst über Tag nach draußen in den Schatten und holen Sie abends wieder in das Haus. Nach 3 - 4 Tagen können die Pflänzchen, immer noch in den Töpfen, auch über Nacht im Freien stehen.

Die Nachttemperaturen sollten allerdings nicht unter 15 °C fallen. Das ist meistens ab Ende Mai der Fall.

Beim Umpflanzen sollten die Jungpflanzen 10-15 cm groß und kräftig sein.

Heben Sie die Löcher ca. 25 cm tief aus, da Tomaten immer ca. 6 - 8 cm tiefer als zuvor eingepflanzt werden. So erhöhen Sie die Standfestigkeit. Bodennahes Laub sollte entfernt werden um diesen potentiellen Infektionsherd zu verhindern. Knicken Sie die Blätter immer erst nach oben, in Richtung Stängel ab, um das Leitgewebe, das dem Transport von Wasser und Nährstoffen dient, nicht zu beschädigen.

In das Pflanzloch kann reifer Kompost, Hornmehl oder Guano gegeben werden.

Der Pflanzabstand sollte 60 bzw. 80 - 100 cm betragen.

Stabtomaten sind hochwachsende Tomaten und brauchen gleich zu Beginn einen Tomatenstab. Buschtomaten benötigen einen geringeren Pflanzabstand (40 x 50 cm) und benötigen keine Pflanzstäbe.

Wenn Sie neben den Tomatenpflanzen kleine Tontöpfe in die Erde einlassen, hat das beim Gießen folgende Vorteile:

Der Topf speichert ein wenig von der Feuchtigkeit und stellt sie der Pflanze zur Verfügung.

Außerdem wird die Tomatenpflanze selber auf diese Weise nicht nass und ein möglicher Pilzbefall verhindert.

Nach dem Auspflanzen sollte dann zunächst nur mäßig gegossen werden, um die Wurzelbildung anzuregen. Auch das Düngen sollte anfangs zurückhaltend erfolgen.

Tatsächlich sind Tomaten sogenannte „Starkzehrer“ wodurch man um eine zusätzliche Nährstoffversorgung/Düngung nicht herum kommen wird.

Erhöhen Sie die Düngung durch reifen Kompost aber erst mit Beginn der Blüte.

Blüte:

Normalerweise sind Tomaten Selbstbefruchter und benötigen somit nicht zwingend Insekten zur Bestäubung. Im Gewächshausanbau empfiehlt es sich allerding, die Blüten leicht zu schütteln, da sich die Pollen bei hoher Luftfeuchtigkeit schlecht von den Staubgefäßen lösen.

Dasselbe gilt für Tomaten unter Reifehauben.

Tipp: Im Spätherbst, wenn die Nächte kalt werden, reifen die Früchte nicht mehr vollständig aus. Sie können die Früchte frühzeitig abernten und in Ihrer Küche nachreifen lassen.

Siehe auch:

Gartenjahr/Sommer/Pflege von Tomaten

Gut zu wissen/Die Welt der Nachtschatten

Gut zu wissen/Tomaten-Klassifizierung

Gut zu wissen/Tomatenmark selber machen